Wir hatten die Möglichkeit den neuen Vayu Aura 4 ausgiebig in 4,5 qm zu testen. Aus dem Wave/ Freeride Wing ist nun ein reiner Boom-Wing geworden. Er ist aber weiterhin mit Click-Boom von Vayu kompatibel.
Es gibt ihn in Schritten von 0,5 qm von 2,0 qm bis 6,0 qm.
An Land
Die Fronttube des Vayu Aura 4 besteht nach wie vor aus drei unterschiedlichen Komponenten. Im Bereich der Fronthandle wurde die ultra-leicht Aluula Variante FX-86 verbaut. Danach folgt Dacron Material (DKC-160). Die Tips sind aus herkömmlichen Material gefertigt. Die Material-Mixtur gepaart mit den sich stark verjüngenden Tips soll dem Wing ermöglichen besser den überflüssigen Winddruck abzulassen. Im Vergleich zu seinem Vorgänger soll der Durchmesser der Fronttube nochmals um 4% reduziert worden sein.
Im Seitenprofil hat der Vayu Aura 4 ein leichtes V. Die Outline ist gesteckter und runder als beim Vayu Eos 2.
Um mehr Platz für die Hände zu generieren, hat die Middlestrut jetzt im gesamten Bereich des Booms eine Aussparung. Das letzte Drittel der Middlestrut biegt sich leicht nach innen.
Mit im Lieferumfang enthalten ist der Carbon-Boom und eine Bungee-Leash.
Click-Boom
Der Click-Boom muss separat erworben werden. Der normale Boom kann mit einem Inbusschlüssel ganz einfach demontiert und durch die sogenannten Stations , Aufnahmen für den Click-Boom, ersetzt werden.
Für die Montage klickt man den Boom lediglich in die Halterung ein. Drückt man die Halterung seitlich zusammen, lässt sich der Boom problemlos wieder lösen.
Im Bereich der Fronttube hat das Tuch zunächst mit einem Abstand von etwa 10 cm zur Middlestrut, dieser verringert sich nach hinten hin kontinuierlich. Im letzten Drittel liegt das Tuch dann vollständig an der Middlestrut an. Über den gesamten Wing ist das Tuch relativ straff gespannt. An der Abrisskante sitzten pro Seite jeweils zwei Stabilisatoren.
Aufgepumpt wird der Vayu Aura 4 über ein SUP‑Ventil an der Fronttube. An der Middlestrut gibt es zusätzlich ein separates „Luftmatratzen“-Ventil, über das beim Abbauen die Luft besonders leicht entweichen kann.
Wie bei allen Vayu Wings verfügt auch der Aura 4 vorne pro Seite über ein großes, langgezogenes Fenster aus X‑Ply‑Material.
Die Tasche ist als Rucksack ausgeführt und besitzt an beiden Schulterriemen eine Verstärkung bzw. Rille, auf der man beim Transport das Foil ablegen kann. Seitlich gibt es außerdem eine Möglichkeit, die Pumpe zu befestigen. Durch einen Reißverschluss am Boden lässt sich der Rucksack verlängern, sodass der Wing auch mit montiertem Boom hineinpasst.









Auf dem Wasser
Dass der Vayu Aura 4 jetzt nur noch einen Boom hat, ist konsequent. Gerade beim Wingfoilen in der Welle hat man oft Situationen, z.B. beim rein- oder raushalsen, wo es auf jedes bisschen extra Handling ankommt. Einen Boom bekommt man immer gegriffen und kann sich so aus mancher schwierigen Gegebenheit retten.
Auf dem Wasser zeigt sich der Grundgedanke des Vayu Aura 4 im Vergleich zum Vayu Eos 2 sofort. Seine Freeride-Charakteristik erkennt man daran, dass der Aura seine Power sehr fein dosiert an die Fahrer*innen weitergibt. Er zieht nicht ganz so kräftig am Boom wie der Eos, und auch das „Dampf ablassen“ funktioniert hervorragend. Der Aura steckt eine Menge Wind weg und bleibt lange gelassen; erst sehr starke Böen bringen ihn aus der Ruhe. Beim Höhe laufen macht er eine ausgesprochen gute Figur und fährt gefühlt fast direkt gegen den Wind.
Am unteren Ende der Windrange kommt der Aura ebenfalls gut ins Gleiten. Hier hat der Eos einen leichten Vorsprung und startet etwa ein bis zwei Knoten früher durch.
Neutralität
Im Vergleich zu seinem Vorgänger hat der Vayu Aura 4 in Sachen Neutralität noch einmal zugelegt. In der neutraler Position auf der Welle ist er noch ruhiger geworden und agiert absolut folgsam. Wirklich ein Traum in der Welle!
In Basis-Manövern wie Halse und Wende verhält sich der Vayu Aura 4 ebenfalls angenehm neutral. Er legt sich leicht in die Luft, sodass man ihn während der Drehung kaum wahrnimmt, und reagiert erst wieder, wenn man ihn aktiv ansteuert.
Bei normalen Sprüngen zieht einen der Aura zuverlässig nach oben und bleibt dabei sehr gut dosierbar. In 360ern kommt sein wunderbar neutraler Charakter erneut zur Geltung – er lässt sich nahezu widerstandsfrei durch den Wind drehen.
In Sachen Handling ist der Boom noch einmal das kleine i-Tüpfelchen obendrauf.
Sowie beim EOS 2 hat nun auch der Aura 4 neues Fenstermaterial erhalten. Spiegelungen treten kaum noch auf, sodass man jetzt einen nahezu ungetrübten, vollständigen Durchblick hat.



Fazit – Vayu Aura 4
Auch als reiner Boom-Wing weiß der Vayu Aura 4 voll zu überzeugen. In Kombination mit dem Click-Boom bleibt das Packmaß nach wie vor klein, was auf Reisen von Vorteil ist.
Die Ruhe in der neutralen Position ist bis jetzt beispiellos. Mehr kann man von einem Wave-Wing nicht erwarten.
Vayu bleibt seiner Linie treu: Freeride-Wave passt im Verhältnis zum Eos 2 (Freestyle-Performance) wieder richtig gut. (HIER geht’s zum Test des Vayu EOS 2.) Der Aura ist der etwas feiner Wing und liegt leichter in der Hand, mit spürbar geringeren Haltekräften am Boom. Er muss sich aber in Sachen Freestyle-Potenzial nicht hinter dem Eos 2 verstecken.
Der Aura 4 ist für alle Könnenstufen geeignet. Schwergewichte dürften aber aufgrund der höher Grundpower mit dem EOS 2 etwas glücklicher werden.
Wir hätten es begrüßt, wenn auch der Aura 4 – wie der EOS 2 – mit einem SUP-Ventil an der Middlestrut ausgestattet worden wäre.





