Kaufberatung: Wings

In unserer Kaufberatung zu Wings findest du die wichtigsten Antworten auf viele Fragen.

Ein Wing muss her! Egal ob es euer erster ist oder eine Ergänzung zum bestehenden Equipment werden soll – die Auswahl am Markt ist inzwischen beachtlich (siehe unsere Marktübersicht) und damit zunehmend unübersichtlich. Die Wings unterscheiden sich nicht nur in den Farben und Markenlogos, sondern weisen inzwischen sehr unterschiedliche Merkmale im Hinblick auf Materialien, Größe, Design und Formgebung etc. auf. Daraus ergeben sich Vor- und Nachteile, die aus individueller Sicht sehr unterschiedlich beurteilt werden können. Außerdem sind sie dadurch für unterschiedliche Einsatzzwecke mehr oder weniger gut geeignet.

Guter Rat ist gefragt. Daher findest du im Folgenden eine grundlegende Übersicht zu den wesentlichen Merkmalen eines Wings und worauf du beim Kauf achten solltest:


Der Aufbau eines Wings

Der Wing ist sicher der markanteste Bestandteil einer Wing-Surf- und Foil-Ausrüstung. Schließlich hat die Entwicklung der Wings das Wingsurfen und Wingfoilen als alternativen Wind-Wassersport neben dem Windsurfen und Kiten erst möglich gemacht. Seinen Namen hat er aus dem Englischen: Wing = Flügel!

Hinsichtlich seiner Bauform und Technologie sowie der verwendeten Materialien ähnelt der Wing einem Kite. Manche bezeichnen ihn daher auch als Hand-Kite. Tatsächlich haben die langjährigen Entwicklungen in der Kitebranche den Wing in seiner heute vorrangig zu findenden Bauform erst möglich gemacht. Nicht zuletzt bieten aufgrund der herstellungstechnischen Nähe inzwischen alle Kitehersteller auch Wings an.

Der Aufbau und die Gestaltung des Wings weichen je nach Hersteller leicht voneinander ab. Grundsätzlich verfügen aber alle Wings über eine aufblasbare Fronttube – ähnlich einem Kite. Daneben besteht größte Unterschied in der Art der mittleren Verstrebung, auch „Strut“ genannt, über welche die Steuerung durch den Fahrer erfolgt. Während die meisten Hersteller eine ebenfalls aufblasbare Mitteltube mit angenähten Griffen anbieten, gibt es von Duotone eine Variante mit Baum. Dabei wird nach dem Aufblasen des Wings in der Mitte eine Stange eingehängt. Der wesentliche Vorteil besteht dann in der deutlich flexibleren Positionierung der Hände entlang dieser Stange. Der wesentliche Nachteil liegt in dem sperrigerem Packmaß durch den Baum sowie das Risiko von Beschädigungen am Board, wenn der Baum darauf fällt. Als gute Kompromisslösung bieten einige Hersteller (z.B. Cabrinha, Ensis, Takuma) inzwischen längere angenähte Griffe an, bei denen die Handposition zumindest in einem gewissen Rahmen flexibel verschoben werden kann, ohne beim Umgreifen (z.B. bei der Halse oder Wende) loslassen zu müssen.

Nachdem die ersten Winggenerationen über eine Vielzahl an Griffschlaufen verfügten, haben nahezu alle Hersteller die Anzahl der Griffe deutlich reduziert. Dies vor allem um Gewicht zu sparen. Tatsächlich sind in der Regel auch nicht so viele Griffe erforderlich. Als Einsteiger sollte man jedoch darauf achten, dass nicht zu wenige Griffschlaufen am Wing vorhanden sind. Vor allem für die hintere Hand ist es gut, wenn – in Abhängigkeit von der individuellen Körpergröße und dem Winddruck – alternative Positionierungen der Hand möglich sind.


Ein weiteres Kriterium ist die Rundumsicht. Fenster geben gerade am Anfang, wenn ihr noch viel mit der Koordination und dem Handling beschäftigt seid, ein erhöhtes Sicherheitsgefühl. Schließlich habt ihr ansonsten eine Menge Tuch vor den Augen. Nachteilig sind die Fenster beim Handling und insbesondere beim Verpacken. Sie sollten nach Möglichkeit nicht über Beton oder Sand gezogen werden, weil die Kratzer die Durchsicht vermindern. Insbesondere in der kalten Jahreszeit sollten sie beim Einpacken nicht geknickt werden, da sie sonst leicht brechen. Mitunter wird auch der Materialmix kritisiert, da die Fensterbereiche eine andere Dehnungs- und Strömungsdynamik aufweisen als das Tuch. Man sollte daher darauf achten, dass die Fenster nicht zu groß dimensioniert und an der richtigen Stelle positioniert sind. Auch hier ist eine Entwicklung bei den Herstellern zu erkennen.

Darüber hinaus werden die Eigenschaften der Wings durch die verwendeten Materialien, die Dicke und Formgebung der Tubes sowie natürlich die Größe (Fläche) beeinflusst. Aus diesen Gestaltungsmerkmalen resultieren einige Vor- und Nachteile. Diese machen die unterschiedlichen Wings für unterschiedliche Einsatzzwecke mehr oder weniger geeignet. Natürlich spielen auch die jeweils individuellen Vorlieben eine große Rolle.

Die Größe der Wings wird in Quadratmeter angegeben. Die ersten Wings, wie z.B. der Naish Wingsurfer im Jahr 2019, wurden mit ausschließlich 4 qm angeboten. Inzwischen bieten nahezu alle Hersteller ein breites Spektrum zwischen 2,5 und bis zu 9 qm an. Je nach Windstärke kann dann entsprechend des individuellen Körpergewichts und je nach Fähigkeitslevel die jeweils geeignete Größe ausgewählt werden. Sofern man über die Auswahl verfügt … 🙂

Die Funktionsweise eines Wings

Die Aufgabe des Wings ist es, dem Fahrer gleichzeitig Auftrieb und Vortrieb zu geben. Damit er nicht verloren gehen kann, ist der Wing über eine Leash mit dem Fahrer verbunden. Diese wird zumeist am Handgelenk befestigt.

Das über die Tube gespannte Tuch fängt den Wind ein. Über die Stellung des Wings wird die Art und Intensität des Auf- und Vortriebs gesteuert. Die unterschiedlichen Stellungen zur Beeinflussung von Richtung und Geschwindigkeit haben wir hier beschrieben. Beeinflussende Faktoren sind die Fläche (Größe) des Wings sowie die Dicke (Tiefe der Tube).

Der richtige Wing für Einsteiger

Für den Einstieg in das Wing-Surfen (mit oder ohne Foil) genügt zunächst ein Wing, der einen relativ breiten Windbereich abdeckt. Natürlich sollte er nicht zu groß und möglichst leicht sein, sowie möglichst viel Power im Low-End-Windbereich bieten. Letztlich kommt es auf das eigene Körpergewicht an. Bis ca. 85 KG ist ein Wing in der Größe von ca. 5 Quadratmeter zu empfehlen. Ab ca. 90 KG sollte eher ein 6 qm Wing gewählt werden. Eine super „Allzweckwaffe“ für den Start ist aus unserer Sicht der 5.3 Wingsurfer von Naish.

Die passenden Wings für Fortgeschrittene

Mit zunehmendem Können und vor allem wachsender Leidenschaft möchtet ihr sicher häufiger aufs Wasser. Dann ist es gut, wenn ihr für die unterschiedlichen Windbedingungen auch passende Wings zur Verfügung habt.

Ein wesentliches Merkmal ist natürlich die Größe: Grundsätzlich gilt auch für Fortgeschrittene der 5 qm Wing als gute „Allzweckwaffe“. Mit zunehmendem Können kann der Wing jedoch kleiner werden. Und bei (sehr) wenig oder viel Wind kann ein zu kleiner Wing oder zu großer Wing schnell anstrengend werden und vielleicht zu Frust führen.

Die unterschiedlichen Größen der verschiedenen Hersteller decken in der Regel ein größeres Windspektrum ab. Hier findet ihr zwei Übersichten die eine allgemeine Orientierung bei einem Fahrergewicht von ca. 75 KG gibt. Die obere Tabelle bezieht sich auf Wing-Surfen mit dem SUP (ohne Foil). Die zweite Tabelle bezieht sich auf Wing-Foilen.

  Wing-SUP’n
Wind-Range (in Knoten) 3 – 20 3 – 30 3 – 50
Wing-Größe 7 5 3
  Wing-Foilen
Wind-Range (in Knoten) 9 – 17 12 – 25 19 – 35 25 – 45 40+
Wing-Größe 7 5 4 3 2

Neben der Größe spielen Details im Design und der Formgebung eine wesentliche Rolle dahingehend, wie direkt der Wing beispielsweise auf Windböen oder Windlöcher reagiert. Beeinflussend sind hier die Dicke der Fronttube und die Tiefe des aufgeblähten Wings. Außerdem spielt die Formstabilität des gesamten Wings eine Rolle. Allgemein gilt: Je flacher der Wing, desto ausgeglichener ist er und Böen sind weniger direkt zu spüren. Das Handling ist etwas leichter und „verzeihender“. Dafür gibts auch weniger unmittelbare Power.