Vorfahrtsregeln_Wing-Surfen

Vorfahrtsregeln

Wingsurfen und Wing-Foilen liegen riesig im Trend und es wird enger auf dem Wasser – nicht nur unter den Wingsurfern, sondern auch im Zusammenspiel anderen Wassersportlern und Fahrzeugen auf dem Wasser. Da stellt sich schnell die Frage: Wer hat eigentlich Vorfahrt?

Kennst du die Vorfahrtsregelen gegenüber anderen Wing-, Wind-, Kitesurfern und anderen Wasserfahrzeugen?

Offizielle Regeln?

Der Wing-Surf-Sport ist noch sehr jung und es gibt unseres Wissens nach bisher noch keine offiziell festgelegten Vorfahrtsregeln. Es liegt natürlich nahe, sich an den vorhandenen Regeln für Wind- und Kitesurfer zu orientieren. Diese legen wir hier zugrunde.

Dabei sind die folgenden Situationen und Regeln sind zu unterscheiden:


Wing-Surfer und andere Wasserfahrzeuge

Die Vorfahrtsregeln von Wing-, Wind- und Kitesurfen gegenüber anderen Wasserfahrzeugen unterscheiden sich in Binnen- und Küstengewässern.

  • Küstengewässer: Wing-, Wind und Kitesurfer haben grundsätzlich Schwimmern, Seglern und auch Motorfahrzeugen Vorfahrt zu gewähren! Ihr müsst also allen Nicht-Surfern immer ausweichen!
  • Binnengewässer: Segelfahrzeuge (also auch Wing-Surfer) haben grundsätzlich Vorfahrt vor Motorfahrzeugen. Davon ausgenommen sind Linienschiffe und Boote über 20 m Länge. Diese haben immer Vorfahrt. Unter den Segelfahrzeugen haben Segelboote aber Vorfahrt vor Wing-, Wind- und Kitesurfern!

Wing-Surfer, Windsurfer und Kiter untereinander

Für Wing-, Wind- und Kitesurfer untereinander gelten die allgemeinen Vorfahrtsregeln für Segelfahrzeuge:

Backbordbug vor Steuerbordbug

Derjenige (Wing-)Surfer, der sein Wing (Segel, Kite) auf der Backbordseite des Boards fährt, hat Vorfahrt und muss den Kurs halten. Als mögliche Faustregeln könnt ihr euch merken: “Rechte Hand als vorn hat Vorfahrt” oder “Wind von rechts vor Wind von links“.

Lee vor Luv

Haben beide den Wing (Segel, Kite) auf der gleichen Seite, gilt die Regel “Lee vor Luv”. D.h. der (Wing-)Surfer auf der windabgewandten Seite hat Vorfahrt und der (Wing-)Surfer, der sich höher am Wind befindet, weicht aus.

Überholer hält sich frei

Wer einen anderen Wind- oder Kite-Surfer überholt, der hält einen Abstand von mindestens einer Mastlänge bzw. einer Segellänge ein. Bei Wing-Surfern dürfte es mindestens eine Winggröße sein. Das Überholen sollte in Lee erfolgen.


Besonderheiten in der Welle

Für das Waveriding gelten aufgrund der Besonderheiten in der Welle ein paar ergänzende Regelungen:

  • Wer gegen die Welle raussurft hat Vorfahrt gegenüber demjenigen, der mit der Welle surft oder sie abreitet. Das ist darin begründet, dass durch den Wellenvorschub eine deutlich bessere Manövrierbarkeit gegeben ist, egal bei welcher Windrichtung!
  • Wer zuerst kommt, dem gehört die Welle! Teilen sich mehrere Surfer eine Welle, so hat derjenige Vorfahrt, der am dichtesten zur brechenden Lippe surft.
  • Muskelkraft vor Segelkraft – das gilt insbesondere in der Welle! Wellenreiter oder Bodyboarder haben immer Vorfahrt. Beachte auch unbedingt die Anpaddelzone, in die du nicht surfen solltest.

Generell und besonders in der Welle gilt: Nimm Rücksicht, fahre vorausschauend und bestehe nicht auf dein vermeintliches Recht auf Vorfahrt!


Sportgeräte mit und ohne Motor untereinander

Wing-Surfer, Windsurfer, Kitesurfer und Wellenreiter fallen in die Rubrik “Sportgeräte” – genauso wie z.B. Jetski oder elektrische Wing-Foils.

Hier gilt der Grundsatz “Muskelkraft vor Segelkraft vor Motorkraft”: Der Wing-Surfer weicht dem Wellenreiter aus, und der Jetski oder das Elekto-Foil weichen dem Wing-Surfer aus.

Ausnahme: In der Brandungszone hat der hinaus surfende Wing-, Wind- oder Kitesurfer Vorrang gegenüber Wellenreitern.