Ammersee_Wingfoilen

Reisebericht Ammersee

Normalerweise wäre es zur Himmelsfahrtswoche, sowie jedes Jahr, in den Nordwesten Dänemark gegangen. Die Grenzen waren aber noch dicht und so wurden wir gezwungen, die ausgetretenen Wege zu verlassen und mal was ganz Neues auszuprobieren. Die Entscheidung fiel auf den Ammersee. Als Norddeutscher in Bayern hat ja auch etwas von einer Art Auslandsreise. 🙂

Alpenpanorama und sommerliche Temperaturen

Bei unserer Ankunft begrüßte uns der See mit absoluter Windstille, Alpenpanorama und sommerlichen Temperaturen. Ans Wingfoilen war nicht zu denken. Zum Glück hatten wir vorsichtshalber auch die SUPs mitgenommen und konnten so doch noch einen Tag mit Wassersport verbringen.

In den nächsten Tagen zeigte sich das Wetter von einer andern Seite. Es war bewölkt und leicht regnerisch, dafür aber windig. Die Frage war nur wohin bei Westwind? Ein Blick auf die Karte kombiniert mit einer Internetrecherche führte uns zu dem Surfspot des Ammersees nördlich der Herrschinger Bucht. Geparkt wird am Rand der Straße zwischen Herrsching und Breitbrunn. An guten Tagen sollen hier mehr als 40 Autos kreuz und quer an der Straße parken. Der Materialaufbau findet mitten im Wald statt. Am Spot selber muss man nur ca. 30 m durchs Wasser gehen, damit es tief genug fürs Foil wird.

Eine verlässliche Vorhersage für den Ammersee gibt es wohl leider nicht, haben uns die Lokals berichtet. So gerät jede Session ein wenig zum Glücksspiel, ob der Wind reicht. So kam es auch, als eine Front im Westen auf zieht, dass der Foil-Windsurfer, der mit uns am Spot war, vom Wasser kommt, um schnell ein kleineres Segel aufzubauen. Seine Begründung: „Vielleicht kommt gleich Sturm.“ Kam leider nicht, sondern genau das Gegenteil nämlich Flaute und die erste Session am Ammersee war damit beendet. Am besten funktionieren Winde aus westlichen Richtungen, die durch ein Tiefdruckgebiet entstehen.

Wingfoil-Szene

Natürlich hat sich am Ammersee auch schon eine Wingfoil-Szene gebildet. Einen Teil davon trafen wir am nächsten Tag. Einer berichtete uns, dass er hoffe, dass die Thermik am Walchensee bald wieder funktioniert, auf die ist wenigstens Verlass. Diese entsteht bei einer Schönwetterlage, wenn der Himmel strahlend blau ist. Man könne ab 11:00 schon mal anfangen sein Material aufzubauen und ab 12:00 Uhr würde es dann losgehen. Am Ammersee würde es eine solche Thermik nicht geben. Leider hatten wir auf unserem Trip nicht mehr das Glück für eine solche Wetterlage. Dafür konnte wir am Abend noch einen Biber im Ammersee beobachten.

Gar nicht weit vom Spot entfernt befindet sich das Kloster Andechs mit der dazugehörigen Brauerei und einem Womo-Stellplatz. Zum Ticket für den Stellplatz bekommt man sogar einen Gutschein für ein Bier im „Bräustüberl“ des Klosters. Dies war aber leider wegen Corona geschlossen.

Gelunger Trip

Auch wenn die Windausbeute nicht sonderlich gut war, (dafür sind wir im Norden wahrscheinlich zu verwöhnt) war es doch ein rundum gelungener Trip. Neben dem Ammersee gibt es nämlich auch noch den Starnberger See, Kochelsee und den Walchensee, die alle ungefähr innerhalb einer Stunde zu erreichen sind. Viele davon mit einem eigenen Windsystem. (Hier findet ihr eine genaue Beschreibung der einzelnen Seen.) Das Alpenpanorama entschädigt einfach für alles. Alle Leute die wir getroffen haben, waren super nett und hilfsbereit.

Manchmal ist es gar nicht so schlecht, wenn man gezwungen wird neue Wege einzuschlagen.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.