Naish Wing Matador LT Test

Test – Naish Wing Matador LT

Wir konnten den neuen Naish Wing Matador LT in der 5 qm Version ausgiebig über mehrere Sessions testen. Naish verspricht einen leichten, kraftvollen Wing für die Welle, der im Vergleich zu seinem Bruder ohne den LT-Zusatz noch kompromissloser gestaltet sein soll. Hier ist unser Eindruck:

An Land

Der Wing kommt in einer länglichen Tasche daher, so wie wir sie bereits vom Windsurfer S26 kennen. Der Inhalt unterscheidet sich jedoch deutlich von seinen Geschwistern aus der S25- und S26-Serie. Der Matador verfügt über eine sehr kompakte Outline. Die Wing-Tips sind stark abgewinkelt, der Wing wirkt deutlich eckiger und weniger rund. Die Fronttube verfügt über einen sehr großen Durchmesser, was für eine recht große Grund-Profiltiefe verantwortlich ist. Das Querschnittsdesign zeigt nur einen leichten V-Shape. Insgesamt wirkt alles sehr robust und solide verarbeitet. Die Tips und alle relevanten Stellen sind mit gummiertem Gewebe doppelt verstärkt. Das Tuch besteht aus einem Vierfach-Ripstop-Material, die Abrisskannte ist über eine Doppelung des Tuches verstärkt. Insgesamt zeigt das Tuch eine gute Grundspannung. Dies lässt den Wing gut im Wind stehen, ohne dass das Tuch flattert. Die Luft kommt über das bei Naish gewohnte SUP-Ventil leicht in den Wing und wieder heraus. Mit dabei ist eine – ebenfalls bei Naish-Wings gewohnte – Curled-Leash für die Befestigung des Wings am Handgelenk. Diese ist sehr robust, in der Handhabung während der Manöver mitunter etwas zu steif.

Der deutlichste Unterschied zwischen dem LT und dem Standard-Matador besteht in den Schlaufen. Naish hat hier erstmals Abstand von seinen kleinen, in eher größer Anzahl verbauten Schlaufen genommen. Der LT verfügt nur über drei lange Schlaufen, die eine flexible Positionierung der Hände ermöglichen. An der Fronttube befindet sich eine Neutral-Handle. Y-Schlaufen sind keine verbaut. Auch die beim „normalen“ Matador vorhandenen kleinen Fenster sind wegrationalisiert. Dafür ist der kompromisslose LT mit seinen 2,70 kg noch einmal fast 800 Gramm leichter als sein Bruder ohne LT-Zusatz.

Im Wasser

Auf dem Wasser zeigt der Matador sein wahres Naturell. Das Starten ist ein Kinderspiel, der Wing unterstützt das aktive und das passive Anpumpen auf sehr direkte Weise. Die Steuerung des Matador gelingt trotz der langen, relativ dünnen Schlaufen sehr direkt. Diese lassen sich auch mit Handschuhen leicht und sicher greifen. Manöver funktionieren auf Anhieb; das Umgreifen gelingt problemlos und Feinjustierungen der Handpositionen sind jederzeit ohne Umgreifen möglich. Die mittlere Schlaufe ist perfekt positioniert, das Fliegen mit einer Hand kein Problem. Die Amwind- und Höhelaufeigenschaften sind ausgesprochen gut.

In der Neutral-Postion im Wind stehend wirkt er ausgeglichen und verhält sich angenehm ruhig. Lässt der Druck aus dem Swell nach und will man die Power, lässt er sich sofort anschalten. Dann ist er auch voll da und entfaltet direkt seine volle Kraft. Gleichzeitig lässt sich die Kraftentfaltung in Verbindung mit der flexiblen Handpositionierung über das Dichtholen nahezu linear dosieren. Diese direkte Kraftentfaltung sorgt tatsächlich dafür, dass im Vergleich zum Naish-Wingsurfer regelmäßig eine Größe kleiner gewählt werden kann. Dafür fällt die Windrange auch nach oben hin definitiv kleiner aus – oder der Fahrer bringt mehr Kraft mit.

Fazit

Der kompakte Matador verfügt über eine sehr hohe Steifigkeit und ein sehr präzise austariertes Profil, das eine direkte Steuerung ermöglicht. Dies macht ihn definitiv zu einem super Begleiter für Freestyle und Welle. Dafür muss man aber auch wissen was man tut. Im Vergleich zum Wingsurfer hat man es bei dem Matador eben doch weniger mit einer sanften Stute als vielmehr mit einem straffer geführt wollendem Stier zu tun.