verschiedene Ohrstöpsel die ein Surfer's ear verhindern können.

Surfer’s ear – Erfahrungsbericht Ohrstöpsel

Als Gehörgangsexostose (im englischen Sprachraum auch Surfer’s ear) wird eine im äußeren Gehörgang auftretende Zubildung kompakter Knochensubstanz bezeichnet. Gehörgangsexostosen sind unter Surfern keine Seltenheit: in einer neuseeländischen Studie waren sie bei 73% der untersuchten Sportler nachweisbar. (Quelle: Wikipedia)

Durch die Verknöcherungen verschließt sich der Gehörgang immer weiter mit den entsprechenden Folgen, wie häufig auftretenden Entzündungen und dem Verlust des Hörvermögens. Ist die Verknöcherung zu weit fortgeschritten, hilft nur noch eine OP, welche schmerzhaft ist und oft Nebenwirkungen mit sich zieht.
Als Hauptgrund für ein Surfer’s ear steht kaltes Wasser im Verdacht. Die beste Vorsorge sind Ohrstöpsel. Wer mehr zum Surfer’s ear erfahren möchte, findet hier weitere Informationen
Auch bei mir wurde vor circa sieben Jahren bei einer Routineuntersuchung ein anfangendes Surfer’s ear festgestellt. Die vielen Jahre im kalten Wasser hatten also doch ihre Spuren an meinem Körper hinterlassen. Damit es nicht zu den oben beschriebenen Folgen kommt, habe ich angefangen Ohrstöpsel zu tragen und musste dabei feststellen, dass es himmelweite Unterschiede gibt.

Ohr- oder Windwolle

Als erstes habe ich mir sogenannte Ohr- oder Windwolle in die Ohren gesteckt. Dabei handelt es sich tatsächlich um imprägnierte Schafswolle. Der große Vorteil ist, dass sämtliche Außengeräusche noch wahrgenommen werden. Sie ist sehr angenehm zu tragen und drückt nicht im Ohr. Eine Packung ist teilweise für unter zwei Euro zu kaufen.
Der Haken an der Sache ist, dass sie leider überhaupt nicht gut hält. Nach einem Sturz oder Waschgang ist die Wolle meistens weg, so dass ich fast immer ohne etwas in den Ohren vom Wasser gekommen bin. Auf Dauer ist diese Variante für Wassersportler nicht zu empfehlen.

Ohrstöpsel aus Silikon

Als nächstes habe ich Ohrstöpsel aus Silikon ausprobiert. Sechs Stück gibt es schon für unter drei Euro. Auch diese sind angenehm zu tragen, da sich das Silikon individuell dem Ohr anpasst und kein Druck ausübt. Das Hörvermögen ist zwar eingeschränkt, aber es ist noch okay.
Die Silkon Ohrstöpsel halten viel besser als die Ohrwolle, aber leider kommt es auch hier immer mal wieder zu Verlusten, vor allem, wenn man von einer Welle abgeräumt wird. Finanziell ist dies durchaus zu verkraften, da es aber eh schon genug Plastik in unserer Umwelt gibt, ist eigentlich auch dieser Eintrag nicht hinnehmbar.

Spezielle Ohrstöpsel für Wassersportler

Wie ich von einer Vielzahl meiner Freunde erfahren musste, waren die speziell für Wassersportler produzierten Ohrstöpsel auch nicht das Wahre vom Ei, auch wenn sie teilweise verhältnismäßig viel Geld investiert hatten. Entweder haben sie irgendwann doch einen Stöpsel verloren oder sie haben fast gar nichts mehr gehört.

Surfears 3.0

Irgendwann hatte ich genug von dem hin und her und wollte endlich vernünftige Ohrstöpsel haben. Also bin ich während einer Reise durch Großbritannien in einen Surfshop gegangen und habe nach guten Ohrstöpseln gefragt. Als Gegenfrage kam, ob ich die besten haben wolle. Natürlich, gab ich zurück. Und so wurden die Surfears 3.0 auf den Tresen gelegt. Beim Preis musste ich allerdings schlucken. 45,- £ sollten die kleinen Dinger kosten. Ich habe sie dann trotzdem gekauft und es bis heute nicht bereut. Die Verkäuferin hat absolut Recht behalten. Es sind die besten Ohrstöpsel, die ich je hatte. (Ich will an dieser Stelle extra betonen, dass ich nichts dafür bekomme oder gesponsert werde. Denn ich habe ja tatsächlich so viel Geld dafür bezahlt und werde es auch wieder tun, falls mein aktuelles Paar mal kaputtgehen sollte. Ich möchte hier nur meine Erfahrung teilen und euch ggf. eine Menge Frust ersparen.)

Die Stöpsel sind sehr angenehm zu tragen. Man merkt kaum, dass man welche trägt. Durch eine Membran im Inneren wird das Wasser draußen gehalten, der Schall wird aber durchlassen. Das Hörvermögen wird dadurch fast gar nicht beeinflusst. Die Ohrstöpsel werden in der Ohrmuschel durch eine Art Haken arretiert, so dass sie nicht mehr verrutschen. Mir sind sie tatsächlich bis jetzt noch kein einziges Mal aus den Ohren gerutscht und ich wurde sowohl beim Wellenreiten, Windsurfen und Wingfoilen schon ordentlich durchgewaschen. Falls sie doch einmal abhandenkommen sollten, sind sie mit einer Gummischnur um den Hals gesichert. Die Surfears 3.0 lassen sich komplett individuell einstellen, so dass sie für jedes Ohr passen sollten.