Wir lernen Pump Folien – Teil 1

Wir lernen Pump Foilen und wollen euch in einer Serie von unseren Erfolgen und Misserfolgen berichten. Außerdem werden wir versuchen, euch wertvolle Tipps mit an die Hand zu geben, damit ihr von unseren Fehlern lernen könnt.

Bernd hat sich schon unzählige Tutorials zum Pump Foilen angeguckt. Ich mir noch gar keine.

Das Material

Für unsere ersten Versuche beim Pump Foilen haben wir uns ein Axis Foil mit einem PNG 1150 Frontflügel mit einer Fläche von 1778 qcm und einer Aspect Ration von 7,72 besorgt. Als Heckflügel dient der Progressiv 425/66 von Axis. Die Fuselage ist 68 cm lang und dazu kommt ein 75er Alu-Mast.

Der Frontflügel wurde uns für den Anfang von erfahrenen Pump Foilern beim Pump Foil Contest in Kalifornien/ Ostsee empfohlen.

Dazu nutzen wir ein Axis Board mit 47 l Volumen in der Größe 5’10“.

Der Spot

Viele bei uns in der Gegend nutzen als Startplattform fürs Pump Foilen eine Leiter, die mit Holzbrettern und Spanngurten zu einer Art Ministeg modifiziert wurde. Die Leiter wird einfach ins Wasser gestellt und los geht’s.

So weit sind wir natürlich noch nicht. Aber zum Glück wohnen wir direkt an einem Sportboothafen. Hier gibt es einen kleinen Steg, der genau die richtige Höhe für einen Dockstart hat.

Die ersten Versuche

Das größte Hindernis beim ersten Mal Pump Foilen ist der Kopf. Es kostet einiges an Überwindung, sich überhaupt zu trauen vom Steg auf das Board zu springen. Somit startet die erste Session dann auch mit Helm und Prallschutzweste. Nach den ersten Versuchen ist diese Angst aber verflogen.

Am Anfang ging es nur darum, auf’s Board zu kommen und einige Meter zu gleiten. Auch hier gab es eine Menge Fehlsuche und das Board ist sofort abgetaucht. Nach einiger Zeit bekommt man aber ein gewisses Gefühl dafür, wie sich das Foil verhält, wenn man aufspringt und die ersten Meter im Gleiten waren geschafft. Hierbei haben sicher auch Leute Vorteile, die Skateboard fahren können. Eigentlich ist es so, als ob man auf ein Skateboard springt, welches vor einem auf der Straße steht und los fährt.

Nun ging es an die ersten Pumpversuche. Auch hier rächt sich schnell, wie man auf’s Board aufgesprungen ist. Steht man zu weit auf einer Seite, kippt man unweigerlich zu dieser Seite vom Board. Hat man mal einen guten Start erwischt, steht mittig und der erste Gleit lässt nach, kann man versuchen, den ersten Pumpimpuls zu geben. Bei den ersten Pumpversuchen haben wir gemerkt, dass wir noch zu weit hinten standen. Das Board ist zwar aus dem Wasser gekommen, der Impuls wurde aber nicht in Geschwindigkeit umgesetzt. Nach kurzer Zeit hat man Schwierigkeiten, das Foil runterzudrücken und klatscht einfach ins Wasser. Das Gleiche passiert auch, wenn man die Impulse zu schnell hintereinander setzt. Man neigt dazu, schnell pumpen zu wollen, wodurch man den erzeugten Gleit nicht optimal nutzt bzw. abbricht.

Nach unzähligen Versuchen ist uns dann gelungen, am Ende der zweiten Session die ersten 10 bis 15 m zu Pump Foilen.

Fazit

Obwohl wir ja schon ganz gut Wingfoilen können, ist Pump Foilen doch noch mal eine ganz andere Geschichte. Natürlich bringen wir schon ein gutes Gefühl mit, wie so ein Foil überhaupt funktioniert und wie es sich im Wasser verhält. Aber es fehlt einfach die Power vom Wing. Auch ist der Frontflügel viel größer und kommt mit entsprechend mehr Widerstand daher.

Wenn man nach den ersten Startversuchen denkt, das kann ja was werden, merkt man nach einer gewissen Zeit, dass es doch gar nicht so schwierig ist, wie anfangs gedacht. Man macht sukzessive Fortschritte. Es macht einfach Spaß, wieder etwas neues auszuprobieren und jeder kleine Erfolg bringt einem ein Lächeln ins Gesicht.

Wir bleiben dran und werden weiter berichten.

Tipps

Wir haben bis jetzt drei Sessions hinter uns gebracht. Unser Steg eignet sich leider nicht dafür, Anlauf zu nehmen, so dass wir im Stehen starten. Hier sind die Erfahrungen, die wir bis jetzt sammeln konnten.

  • Auch wenn man beim Start nur stehen kann, sollte man mit dem Board etwas Schwung holen, so dass es beim Aufspringen etwas weiter vorne ist und schon eine gewisse Geschwindigkeit hat.
  • Am Anfang solltet ihr versuchen, euer Gewicht beim Aufspringen nach vorne zu verlagern. Dies hilft, seine Angst vor unkontrollierten Manövern des Boards zu überwinden, da man bei einem Abflug nur nach vorne ins Wasser fällt.
  • Versucht mittig auf’s Board zu springen. Der vorderste Fuß steht auf den Inserts oder etwas davor. Die Bewegung geht nach vorne.
  • Eure Füße sollten mehr oder weniger zeitgleich auf dem Board aufkommen. Der hinterste landet automatisch minimal früher auf dem Board, da der vorderste euch noch vom Steg abstößt.
  • Vesucht nicht so „panisch“ zu pumpen. In der Ruhe liegt die Kraft.
  • Nehmt beim Pumpen die Arme mit in euren Bewegungsablauf, in dem ihr sie vor eurem Körper hin und her schwingt. Bei Belastung abwechselnd vorm Körper überkreuz und seitlich vom Körper. Dies hilft euch, euren Rhythmus zu finden und verstärkt den Pumpimpuls.
  • Geht zu zweit oder mit mehren Leuten pumpen. So kann man sich gegenseitig das Board anreichen und die anderen können einem bei der Fehleranalyse helfen.

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