Sprung eines Wingfoilers vor der Sonne mit Material von Appletree Surfboards

Nachhaltigkeit und Wingfoilen – Geht das zusammen?

Als Wassersportler sind wir automatisch eng mit der Natur verbunden. Denn dort draußen befindet sich unser Spielplatz. Dass unser Planet gerade dabei ist, sich zu verändern und dass wir Menschen daran schuld sind, dürfte auch keiner mehr ernsthaft in Frage stellen. Somit stellt sich einem zwangsläufig die Frage: Was kann ich persönlich tun?

Vielzahl von Möglichkeiten

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie wir auch unseren persönlichen CO₂-Fußabdruck und den Umweltimpact beim Wingfoilen möglichst gering halten. Das fängt bei der Anfahrt zum Spot an. Muss man immer mit dem Auto zum Spot und wenn, können wir uns ein Auto teilen oder komme ich dort auch mit dem Fahrradanhänger hin? Es geht mit dem Surftrip weiter. Muss es immer die Flugreise sein oder gibt es vielleicht im nahgelegenen Europa auch coole Spots? Und es endet mit dem Material, das wir fahren. Auch hier muss man sich keine Illusionen machen, denn letztendlich fahren wir mit einem Stück Sondermüll durch die Gegend.

Öko-Zertifikat

Damit man auch beim Material nachvollziehen kann, welchen Einfluss es auf die Umwelt hat, wurde durch die Meeresschutz-Organisation Sustainablesurf.org ein Label für nachhaltige Surfboards entwickelt. Es gibt zwei Stufen, die von den Herstellern erreicht werden können: Ecoboard Level One und Ecoboard Gold Level. So müssen die Level One Boards z.B.mit pflanzlich basiertem Harz laminiert werden und der Kern muss aus mindestens 25% recyceltem Material oder aus 50% Holz bestehen. Die genauen Voraussetzungen könnt ihr hier nachlesen.

Appletree Surfboards

Der niederländische Hersteller Appletree Surfboards hat sich mit dem Ecoboard Level One zertifizieren lassen. Wir haben mal nachgefragt, wie sich der Nachhaltigkeitsgedanke und das Umweltbewusstsein in der Produktion widerspiegelt. Appletree hat seinen Fokus vor allem auf die Langlebigkeit der Boards gelegt. „Je länger ein Surfer Spaß mit einem Board hat, desto geringer ist der Umwelteinfluss. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, keine Saisonboards zu produzieren. Ein Board, welches dieses Jahr raus gebracht wird, ist nächstes Jahr noch genau das gleiche wert. Am Ende der Saison werden die Boards also nicht mit Rabatt verkauft. Wir wollen damit weg von der Weg-Werf-Industrie. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir unsere Produkte nicht mehr weiterentwickeln.“
Alle Boards von Appletree werden in der eigenen Fabrik in Portugal produziert, dadurch haben sie die volle Kontrolle über den Produktionsprozess. 95% der Materialien für die Boards werden in Europa produziert, das spart Transportwege.

Appletree verzichtet vollkommen auf Polyester. Die Boards werden mit biologisch basierendem Epoxidharz laminiert. „Wir haben eine Technik entwickelt, mit der wir weniger Epoxy und Fasern verbrauchen, ohne dass dies die Stabilität der Boards beeinflusst. Ein weiteres Beispiel ist, dass das bei der Produktion übrig gebliebene Styropor durch unseren Lieferanten wieder recycelt wird. Sogar der Staub, der beim Shapen freikommt wird aufgefangen und geht wieder zurück an den Lieferanten.“

Nachhaltigkeit ist ein immer wiederkehrendes Thema bei Appeltree. Jede Reise eines Teammitgliedes wird hinterfragt, ob diese auch tatsächlich nötig ist.

„Der Transport der Boards bleibt problematisch und hat auch einen nicht zu vernachlässigen Einfluss auf die Umwelt. Hier sehen wir uns selbst noch vor einer großen Herausforderung. Wir versuchen immer, das Transportmittel mit dem geringsten CO₂-Ausstoß zu wählen, was manchmal bedeutet, dass die Boards länger unterwegs sind.“

Koldshapes

Auch die Boards des deutschen Herstellers Koldshapes wurden mit dem Ecoboard Level One zertifiziert. Die Bretter werden ebenfalls in Portugal produziert und alle Produktionspartner befinden sich in Europa. Die Foils werden aus recyceltem Carbon gebaut.

Der Gründer von Koldshapes, Mario Rodwald erzählt dazu: „Wir haben zwei Jahre lang einen Dokumentarfilm über die Plastikverschmutzung in unseren Ozeanen gedreht. Dieses Erlebnis macht definitiv einen Großteil der Philosophie von Koldshapes aus. Diese unglaubliche Menge Müll an einigen Stränden auf der ganzen Welt zu sehen, hat mir das Herz gebrochen. Die steigende Plastikproduktion ist ein riesiges Problem für unsere Ozeane. Deshalb verwenden wir für unsere Boards keine Plastikverpackungen. Die Minimierung und Wiederverwendung unseres eigenen Mülls ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg. Alle Boards und Foils werden nach Goldstandard Projekten CO₂ kompensiert. Der vielleicht wichtigste Punkt ist, dass alles von uns in Europa produziert wird – das sichert nicht nur Qualität und schnellere Entwicklung, sondern spart auch lange Transportwege.“

Es gibt Möglichkeiten

Wie die zwei Beispiele zeigen, gibt es Möglichkeiten, seinen Impact auf das Klima und die Natur auch beim Material zu verringern. Aber wie sich zeigt, gibt es auch hier noch Luft nach oben. Wir hoffen, dass sich noch viele weitere Hersteller diesem Weg anschließen werden.

Sowohl Appletree Surfboards als auch Koldshapes sind am kommenden Wochenende (29.07. – 01.08.2021) am Schönberger Strand auf dem Foil Festival vertreten.

appletreesurfboards.com

koldshapes.com