Daniel Pankoke beim Wingfoilen

Daniel Pankoke – Leidenschaft zum Beruf

Wer im Social Media Bereich in Sachen Wingfoilen unterwegs, wird relativ schnell auf Daniel Pankoke aufmerksam. Daniel hat seine Leidenschaft fürs Fotografien und Wingfoilen zum Beruf gemacht. Seit Ende 2021 lebt er fest auf Fehmarn und arbeitet u.a. als Wingfoil-Instruktor bei der Wingfoil Schule Fehmarn. Nebenbei ist er noch professioneller Fotograf. Mehr als Zeit sich einmal mit ihm zu unterhalten.

Daniel, wann, warum und wo hast Du mit dem Wingfoilen angefangen?

Ich bin Anfang 2020 nach Fehmarn gekommen und wurde von meinen Jungs praktisch dazu genötigt, es mal auszuprobieren. 

Hattest Du bereits Wassersporterfahrung? Hat Dir das weitergeholfen beim Wingen?

Ja, ich komme eigentlich vom Wellenreiten und bin auch recht aktiv Wakeboard gefahren, habe mich aber eigentlich immer quer gestellt, wenn es um Windsport, wie Kiten und Windsurfen ging. 

Ich denke die Liebe zum Wasser hat geholfen, dadurch habe ich unzählige Stunden im Wasser verbracht. Bei Wind, Wetter und viele Kilometern Fußmarsch am Strand, weil ich keine Höhe halten konnte. Aber: „balance is the key“!

Du bist ja auch professioneller Fotograf, wie hat sich das bei Dir entwickelt?

Tatsächlich war es eher Zufall gewesen. Ich habe klassisch eine Ausbildung im Handwerk gemacht und auch meinen Meister absolviert. Nach einem Auslandsaufenthalt in Costa Rica und meinen ersten gesurften Wellen, war mir klar ich habe keine Lust auf ein 9 to 5 Job. Für diese Reise kaufte ich meine erste gute Kamera und bin darin total aufgegangen

Die Fotografie ist mein Türöffner, ich war schon immer gerne sportlich und kreativ. Früher haben wir uns beim Skaten und beim Skifahren fotografiert und gefilmt und irgendwann kam der Punkt, wo ich dachte, ich muss was machen, was ich wirklich gerne mache und liebe. 

Wann hast Du dir überlegt „alles auf eine Karte zusetzten“ und Fotografie und Surfen als Lebensunterhalt zu betreiben? Hast Du diesen Schritt irgendwann bereut? Ist immer alles glatt gelaufen? Würdest Du es wieder tun?

Zurück in Deutschland habe ich ein Angebot im Vertrieb zu arbeiten abgelehnt und alles daran gesetzt, nur noch das zu machen, worauf ich Lust hatte. Ich blicke selten zurück und bereue nichts. Trotzdem ist es auch heute manchmal noch schwierig, Aufträge zu bekommen, Surfen zu gehen und Familie unter einen Hut zu bekommen. Es ist aber auch genau das Abenteuer, was ich immer wollte. 

Zu wissen was als nächstes passiert, ist doch auch langweilig.

Was machst Du als erstes, wenn Du an den Strand kommst? Fotografieren oder Foilen?

Ohne Auftrag, Foilen! Ich bin absolut SÜCHTIG. Allerdings habe ich meistens eine Kamera mit im Wasser, um Aufnahmen für meinen YouTube Kanal zu machen. Manchmal geh ich aber auch nur mit der Kamera los und schaue zu, was die anderen so anstellen. 

Warum hast Du ausgerechnet Fehmarn als Deine neue Wahlheimat auserkoren?

Auch hier ist mein Kumpel Kim schuld, er fährt seit 30 Jahren schon mit seiner Familie hier rauf, wir waren zusammen in einer Klasse und als ich nicht nach Portugal konnte, hat er mich auf die Insel geholt. Ich habe Malte (von der Wingsfoil Schule Fehmarn) kennengelernt und mich in die Insel und das Fliegen über Wasser verliebt. 

Die Vorteile beim Windsport und einer Insel liegen auf der Hand. Egal von wo der Wind weht, es gibt immer einen Spot, an dem man fahren kann.

Du bist ja auch Wingfoil-Lehrer. Was ist dein Tipp für Anfänger? Was war für dich dein Aha-Moment beim Lernern?

Wingkontrolle ist alles, je mehr Zeit ihr mit dem Wing verbringt, desto besser werdet ihr.  Das A und O ist aber keine Rückenlage und lasst gerade am Anfang die Arme lag. Wer Höhe laufen kann, ist King.

Was für Material empfiehlst Du für den Anfang?

                Für absolute Anfänger?

Großes Board, Wing passend zu Gewicht, Größe und Windbedingungen. Am besten die ersten Versuche ohne Foil. Achtung Boards ohne Abdriftfinne fahren nur Downwind

Wenn es ans Foilen geht, schnappt euch ein Foil, welches leicht startet und nicht zu schnell wird. Große dicke Frontwings.

                Für Leute mit Wassersport-Vorerfahrung?

Eigentlich das gleiche, Wassersporterfahrung hilft, aber ihr seid trotzdem Anfänger in einer neuen Sportart, nur die Lernkurve wird schneller sein als bei einem reinen Anfänger 

Brauch wirklich jeder einen Kurs, um Wingfoilen zu lernen?

Oh gute Frage, ich hoffe ich bekomme jetzt keinen Ärger. (lacht)

Ich finde nicht, denke es gibt viele, die den Ehrgeiz haben sich alles selbst beizubringen. Wir mussten dass ja auch, bevor wir in der Wingfoil Schule durchstarten konnten.

Allerdings wird es wesentlich länger dauern und mit Sicherheit den ein oder anderen Wutanfall mit sich bringen. (lacht)

Was ist der Vorteil eines Kurses?

Ganz oben steht die Sicherheit, die wird beim Selbstlerner oft vergessen. Der zeitliche Aspekt ist sicherlich auch ein wichtiges Augment, es ist einfacher Dinge, die man gesagt und gezeigt bekommt, umzusetzen, als erst einmal herauszufinden, was man überhaupt machen soll. 

Außerdem ist es immer gut jemanden zu haben, der Fehler gleich erkennt, so dass sie sich nicht dauerhaft einschleichen 

Was ist mit Material? Wingfoilen bzw. der Foilsport ist super technisch. Alles funktioniert, wenn man Fahren kann. Doch das richtige Material ist für einen schnellen Lehrerfolg essenziell. Es muss auf jeden Fahrer angepasst sein und wenn man keine Ahnung hat, kann es den Erfolg beträchtlich einschränken.

Zu guter Letzt die Spot Wahl. Ein guter Anfängersurfspot ist das Wichtigste, um schnell Fortschritte machen zu können.

Wie lange brauchen die Leute durchschnittlich bis sie sicher foilen können?

Da gibt es keine Pauschale. Das kann 2 Wasserstunden dauern, 4 oder mehr als 10, jeder so wie er es braucht. Mein Tipp geniest jede Sekunde im Wasser, alles bringt euch weiter und voran.

Was hältst Du von der immer spezieller werdenden Entwicklung des Material? Braucht es wirklich für jeden Bereich ein eigenes Board, Foil oder Wing?

Das ist schwierig, es kommt tatsächlich darauf an, was man von dem Sport erwartet. Highend Sport braucht Highend Material. Möchte man aber einfach ein bisschen Fliegen, Zeit auf dem Wasser verbringen und Spaß haben, kann man das Material sparsam halten. 

Die ersten 2 Jahre habe ich auch nur ein Board und ein Foil gehabt. Wings nutze ich nie mehr als 3 von 6-45+  Knoten. Inzwischen habe ich ein zweites Foil, eins für Stark- und eins für Leichtwind.

Was ist für dich das Faszinierendste beim Wingfoilen?

Das Gleiten, das freie Gefühl zu fliegen, die Flexibilität und dass ich nicht mehr so viel paddeln muss wie beim Surfen. 

Lieblingsspot?

Uh das ist schwer, ich probiere mich gerne aus und entdecke gerne neue Spots, aber auf Fehmarn definitiv Altenteil und der Südstrand im Winter. (Nicht so weit von mir zuhause.)

Lieblingsbedingungen?

Ich mag es, wenn es richtig kachelt, alles über 30 Knoten. Welle ist Pflicht. 

Ansonsten 20-25 Knoten für meinen 3.5er Wing perfekt mit Sommer, Sonne, Sonnenschein.

Welches Material fährst Du gerade?

Gerade teste ich etwas rum. Die Saison über bin ich zum Wingfoilen ein komplettes F-One Set Up gefahren. Meine Wings sind der F-One Strike V2 5.0m² 3,5m² und 2,5m². Mein Board ist das F-One Rocket S 4’10“ mit 48l. Ich habe noch ein selbstgebautes Surfoilboard in 4’0″ und ca. 20l, was ich ab und zu winge. Mein Foil ist das F-One Phantom s 740cm² mit der xxxs Fuselage und dem 195 Stabi. Mega Setup zum Wellenfoilen. Ich habe für Ultraleichtwind noch ein 5’8″ Board mit 100l und den F-one Gravity 2200 ASC, kommt eher selten zum Einsatz. 

Du bist ja auch voll ins Pumpfoilen eingestiegen. Hast Du hier ein paar Tipps für Leute, die damit anfangen wollen?

Kommt in meinen Kurs! (lacht) Pumpfoilen kann man prima auch schon mit dem Wing üben. Das Schwierigste ist tatsächlich der Dockstart. Fangt sehr vorsichtig an und das Wichtigste ist, gebt am Anfang euer gesamtes Gewicht nach vorne, sonst fliegt ihr nach hinten und landet im schlimmsten Fall auf den Steg. 

Warum sollte man überhaupt damit anfangen?

Pumpfoilen ist eine der wichtigsten Disziplinen, die man beherrschen sollte. Meiner Meinung nach eine Grundtechnik im Foilsport, die zur eigenen Sportart geworden ist. Wir brauchen sie beim Wingfoilen, SUPfoilen und am allerwichtigsten beim Surffoilen. Der Dockstart ist die Methode, die Technik immer trainieren zu können und nie wieder von Surfbedingungen abhängig zu sein. 

Ein Beispiel: vor ein paar Jahren haben wir, wenn Traumbedingungen waren alles stehen und liegen lassen müssen, um aufs Wasser zu kommen. Heute mit der Technologie im Foilsport entscheiden wir je nach Bedingungen, was wir machen. Surf, Wing oder Pump.

Gerade die Möglichkeit mit einem Foilboard zu starten, überall wo Wasser und ein Steg oder ähnliches vorhanden ist, verändert alles.

Helfen Dir deine hier erlernten Skills auch beim Wingfoilen und wenn ja, wo?

Die Pumptechnik am Wing nutze ich, um früher abheben zu können, Geschwindigkeit aufzubauen und um Wellen zu überbrücken oder in andere Wellen zu fahren.

Daniel, vielen Dank für das Interview.

Falls ihr noch mehr über Daniel Pankoke erfahren wollt, hier ein paar Links:

https://www.danielpankoke.de/ – Homepage

https://www.youtube.com/@danielpankoke/featured – YouTube

https://www.instagram.com/dp_surfandfoil/ – Instagram