Armstrong performance mast

Armstrong Performance Mast – Review – Dürfen die so teuer sein?

Jeder in der Wing-Community hat schon davon gehört, darauf geschielt und vermutlich auch damit geliebäugelt: Armstrong Foils. Leider spielen die Dinger preislich in der obersten Liga. Nun gibt es auch noch die Armstrong Performance Masts. Und diese sind noch einmal wesentlich teurer. Preis und Kostenpunkt: 1.700 bis 1.900 €. Nur der Mast!

Auch wenn sie als Performance-Superwaffe gelten, steht die Frage im Raum: Warum um in aller Welt sollte man so viel mehr bezahlen, als für den normalen Armstrong-Mast. Sind sie das wirklich wert?

Wir treffen Lars von Time2Wing an seinem Homespot. Er ist Armstrong-Händler, schwört auf seine Produkte und hat natürlich einen solchen Armstrong Performance Mast unter seinem Board. Anlass genug für uns, ihn darauf anzusprechen. Im Interview erklärt er uns die Vorteile:

Warum Armstrong-Foils?

Lars, warum verkaufst du Armstrong-Foils?

Naja, Armstrong ist aus meiner Sicht der führende Hersteller von Foils. Die Produkte werden aus den bestmöglichen Materialien hergestellt und Armie Armstrong, Segler und Gründer der Marke, ist selbst ein Foil-Freak. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es in dieser Branche keinen anderen Gründer gibt, der mehr Stunden auf dem Wasser verbringt als er.

Das verschafft Armstrong einen großen Vorteil, denn beim Foilen geht es vor allem um das Gefühl des Fliegens. Und Designunterschiede von nur wenigen Zehntelmillimetern können einen großen Einfluss auf das Foiling-Erlebnis haben. Das heißt, je mehr man testet und je besser man versteht, wie das Design mit dem Foiling-Erlebnis zusammenhängt, desto bessere Produkte kann man entwickeln.

Ein weiterer großer Vorteil von Armstrong ist, dass die Wurzeln des Unternehmens in Neuseeland liegen. Da Neuseeland 2017 den America’s Cup gewonnen hat, konnte Armstrong die Bootdesigns für das Rennen 2021 festlegen. Sie entschieden sich für ein Boot mit einem Tragflächenprofil unter dem Boot. Aus diesem Grund wurden 10, vielleicht 100 Millionen Dollar in Forschung und Entwicklung investiert, von denen Armstrong irgendwie profitieren konnte.

Vorteile der Armstrong Performance Masten

Ok, das ist die Geschichte hinter dem Unternehmen. Ich gebe zu, das beeindruckt auch uns. Hier und da haben auch wir schon auf die Foils geschielt. Was hat es nun aber mit den Performance Masten auf sich? Warum sollen die noch besser sein?

Tatsächlich sind normalen V2-Masten, wie der 85 cm-Mast, immer noch großartig und wahrscheinlich die bessere Wahl für die meisten Foiler. Wie Armie erläutert: „Wir wollten einen neuen, innovativen Ultra-Hochleistungsmast entwickeln, der den Strömungswiderstand und die Zirkulation minimiert, und dabei gleichzeitig steifer und noch reaktionsfreudiger ist.“

Das Ergebnis ist ein Spitzenmast, der aus erstklassigen Materialien, einem neuen Mastabschnitt, einer verfeinerten Grundplatte, einer widerstandsreduzierten Rumpfverbindung und einer neuen Konstruktionsmethode besteht. Die proprietäre M7-Masttop-Hardware aus Titan sorgt für eine starke, leichte und widerstandsreduzierte Verbindung mit dem Board.

Aus meiner Sicht hat Armstrong seine Ziele erreicht. Ich empfinde tatsächlich einen Unterschied, der sich in folgenden Faktoren äußert:

  • geschmeidigeres Pumpen
  • höhere Geschwindigkeiten
  • schnelleres Starten
  • besseres Höhelaufen

Größen und Einsatzgebiete

Ok, nun gibt es ja nicht nur EINEN teuren Mast. Armstrong bietet den Performance Mast in den Längen 795 mm, 935 mm und 1035mm zu gestaffelten Preisen an. Welchen sollte man sich zulegen – sofern „FoilerIn“ es sich überhaupt leisten kann? Oder braucht man alle?

Das stimmt! Vermutlich werden sich nur wenige mehr als einen dieser Masten gönnen können… (lacht)

Armstrong gibt eine Empfehlung, die Mastlänge entsprechend der bevorzugten Disziplinen auszuwählen: Der 1035er wird vor allem für Kiten, Wingen (insbesondere Racing bei viel Welle), Tow-In Foilen empfohlen. Der 935er passt bei gleichen Disziplinen, wenn nicht so viel Welle im Spiel ist. Der 795er ist zu empfehlen für SUP Foilen, Wake-Foilen, Wingen im Flachwasser und Downwinder.

Mein persönlicher Rat lautet:

  • Wenn du Prone-Foilen oder SUP-Foilen willst, nimm den 795er.
  • Wenn du Prone-Foilen, SUP-Foilen und auch Wingfoilen willst, und wirklich nur einen Mast benutzen willst, nimm den 795er.
  • Wenn du hauptsächlich Wingfoiling betreibst, nimm den 935er.
  • Wenn du Wing- und Kite-Foilen willst, nimm den 1035er.
Armstrong Performance Masten
Armstrong Performance Masten gibt es in drei Längen: 795 mm, 935 mm und 1035mm

Performance-Tipps für Spitzenleistungen mit Performance Mast

Ok, das hilft vielleicht dem einen oder anderen. Ich würde mich, glaube ich, auch für die Mitte, also den 935er entscheiden. Hast du noch weitere Tipps für deine Kunden?

Ja, klar! Auf jeden Fall solltest du darauf achten, die Schrauben am Mast in der richtigen Stärke anzuziehen. Armstrong rät zu 8-9 nm. Ich verwende ein kleines elektrisches Werkzeug, das bis zu 6 nm reicht, und so habe ich eine ungefähre Vorstellung davon, wie viel mehr Druck ich manuell mit einem Torx-Schraubendreher ausüben muss.

Oh man, das ist aber aufwändig und erinnert mich schon eher an die Formel 1! 😉

Ja, stimmt. Der Rest ist aber eigentlich wie immer: Jeder sollte mit verschiedenen Mastpositionen spielen. Armstrong rät, den Mast einen cm weiter nach hinten zu stellen, als den oder die vorherigen Masten. Tatsächlich habe ich für mich festgestellt, dass ich ihn lieber einen cm weiter vorne auf dem Brett habe. Es sollte also jeder für sich herausfinden.

Welche Schrauben gibts dazu?

Im Lieferumfang sind neue M7 Titan-Schrauben enthalten. Diese dicker, aber kürzer als die üblichen M6 Schrauben. Nicht mehr dabei ist die vorher üblichen Unterlegscheiben.

Fazit

Hand auf’s Herz, würdest du dir den Mast kaufen, wenn du nicht Händler wärst?

Ganz ehrlich, wie viele andere, war auch ich zunächst sehr skeptisch, einen so teuren Mast zu kaufen. Ich bin aber froh, dass ich ihn quasi ausprobieren musste. Nachdem ich den Mast aber zum ersten Mal ausprobiert habe, habe ich diesen Gedanken komplett verloren und möchte nie wieder zum Standard-V2-Mast zurückkehren.

Das Wingfoilen mit meinem 935er Performance-Mast fühlt sich super geschmeidig an. In größeren Wellen ist die zusätzliche Länge (im Vergleich zu 72 cm oder 85 cm) wirklich praktisch. Die Steifigkeit macht Strömungen und Verwirbelungen, z.B. in der Welle oder hinter dem Boot, weniger störend. Und irgendwie habe ich auch mehr Zeit, meine Manöver auszuführen.

Letztlich muss jeder für sich entscheiden, ob er sich solch einen Mast leisten möchte. Leuten, die wirkliche Spitzenleistung suchen und aus jeder Session das Beste herausholen wollen, kann ich den Mast nur empfehlen. Wenn du gerade erst mit dem Foilen anfängst, wirst du einen solchen Mast aber nicht wirklich brauchen.

Prima, herzlichen Dank, Lars – und viel Erfolg weiterhin!

Video-Impression

Tatsächlich ist Lars mit seiner Lobes-Hymne nicht alleine. Mindestens Oskar sieht das im folgenden Video ähnlich:

Solltest du Interesse an dem Mast haben, hier geht’s zum Shop.