ENSIS-ROGER_V3_2026

Der neue ENSIS ROGER V3 und warum Parawings das Foilen noch freier machen können

ENSIS hat den ROGER überarbeitet und bringt eine neue Generation seines Parawings auf den Markt. Der Fokus liegt auf einfacherem Handling, sauberem Verstauen, kontrollierter Depower und einem möglichst intuitiven Einstieg in die noch junge Disziplin des Parawing-Foilens. Für viele Wingfoilerinnen und Wingfoiler ist das Thema noch neu – gleichzeitig zeigt sich immer deutlicher, warum Parawings gerade für Downwind, Swell-Riding und Foil-Abenteuer so spannend sind.

Parawings gehören aktuell zu den interessantesten Entwicklungen im Foilsport. Während klassische Wings beim Wingfoilen dauerhaft in der Hand bleiben, verfolgen Parawings einen anderen Ansatz: Sie liefern zunächst den nötigen Zug, um aufs Foil zu kommen, können danach aber kompakt verstaut werden. Auf dem Foil bleibt der Rider dann freier, kann sich stärker auf Wellen, Swell-Linien und das Foil selbst konzentrieren.

Genau dieses Gefühl von Freiheit steht auch beim neuen ENSIS ROGER im Mittelpunkt.


Was ist ein Parawing überhaupt?

Ein Parawing ist vereinfacht gesagt ein kleiner, sehr leichter Schirm, der über Leinen und eine Bar gesteuert wird. Im Unterschied zum klassischen Wing besitzt er keine aufblasbare Leading Edge und keine festen Handles. Er erinnert eher an ein kompaktes Gleitschirm- oder Kite-Profil, ist aber für das Foilen auf engem Raum und mit direkter Kontrolle ausgelegt.

Der große Vorteil liegt im Konzept: Sobald der Rider auf dem Foil ist, kann der Parawing zusammengelegt und verstaut werden. Dadurch entsteht ein sehr freies Fahrgefühl. Man fährt nicht mehr mit einem großen Wing in den Händen, sondern kann Swell, Wellen und Energie im Wasser unmittelbarer lesen.

Das klingt einfach, ist aber technisch anspruchsvoll. Ein guter Parawing muss leicht starten, kontrollierbar depowern, stabil fliegen, einfach zu verstauen sein und sich danach wieder zuverlässig entfalten. An diesen Punkten setzt ENSIS nach eigener Aussage beim neuen ROGER an.


Der neue ENSIS ROGER: einfacher, intuitiver, kontrollierter

ENSIS beschreibt den neuen ROGER als überarbeitete Generation, die Parawing-Foiling einfacher und zugänglicher machen soll. Der ROGER ist ein Single-Skin-Parawing und richtet sich laut ENSIS an Rider vom Einsteiger bis zum Experten. Im Fokus stehen Stabilität, Power-Kontrolle, einfaches Handling und gute Upwind-Eigenschaften.

Das ist ein wichtiger Punkt. Parawing-Foiling wirkt von außen oft wie eine Spezialdisziplin für sehr erfahrene Foiler. Und tatsächlich braucht man ein gutes Foil-Gefühl, Wasserstart-Erfahrung und ein Verständnis für Wind und Leinen. Gleichzeitig arbeiten die Hersteller daran, das Material so intuitiv wie möglich zu machen.

Der neue ROGER soll genau hier ansetzen: weniger Stress beim Verstauen, weniger Gefummel beim Wiederöffnen, kontrollierbare Power und ein stabiler Flug auch in wechselnden Bedingungen.


Smooth Depower: Kontrolle statt Alles-oder-nichts-Gefühl

Ein zentrales Thema beim Parawing ist die Depower. Beim klassischen Wing kann man die Kraft relativ intuitiv über Armposition, Anstellwinkel und Druckpunkt steuern. Beim Parawing läuft diese Kontrolle über Bar, Bridle-System und Anstellwinkel des Schirms.

ENSIS setzt beim neuen ROGER auf eine überarbeitete Bow Bar und ein verfeinertes Bridle-Setup. Laut ENSIS ermöglicht das System eine präzise Kontrolle über den Anstellwinkel und damit eine variable Anpassung der Power – von aktivem Zug bis zu deutlich reduzierter Leistung.

In der Praxis ist das entscheidend. Gerade bei wechselnden Bedingungen, Böen oder beim Einleiten des Stashens braucht der Rider Vertrauen in das System. Ein Parawing, der sich sauber depowern lässt, fühlt sich kontrollierter an und nimmt dem Einstieg in die Disziplin etwas von der Hektik.


Easy Stashing: Der vielleicht wichtigste Punkt

Wer sich mit Parawings beschäftigt, kommt an einem Begriff nicht vorbei: Stashing. Gemeint ist das schnelle Zusammenlegen und Verstauen des Parawings während der Fahrt auf dem Foil.

Das ist einer der großen Reize der Disziplin – aber auch eine der größten Herausforderungen. Der Wing muss sauber zusammenfallen, darf sich nicht unkontrolliert wieder aufblasen und sollte sich kompakt greifen oder verstauen lassen. Später muss er sich wieder zuverlässig öffnen, ohne dass Leinen oder Canopy zum Problem werden.

ENSIS gibt an, dass der neue ROGER mit optimierter Bridle-Konfiguration und kürzeren Leinen genau diesen Prozess vereinfachen soll. Die Canopy soll sauber kollabieren und sich schnell wieder entfalten lassen. Selbst wenn der Schirm nass oder zerknittert verstaut wurde, soll bereits leichte Spannung auf den Bridles reichen, damit er seine Form wieder annimmt und startbereit ist.

Für den Alltag ist das möglicherweise wichtiger als reine Höchstleistung. Ein Parawing kann noch so effizient sein – wenn das Verstauen und Wiederöffnen nicht zuverlässig funktioniert, bleibt die Disziplin für viele Rider zu stressig.


Ultraleichte Konstruktion aus Paraglider-Material

Der neue ROGER wird aus einem leichten 28 g/m² Ripstop-Paraglider-Canopy-Material gefertigt. Diese Bauweise soll dem Wing ein sehr leichtes Fluggefühl geben, die Drift verbessern und bei längeren Sessions weniger ermüden.

Leichtbau ist beim Parawing besonders relevant. Anders als ein aufblasbarer Wing wird der Parawing nach dem Take-off häufig in der Hand oder in einer speziellen Weste verstaut. Jedes Gramm weniger macht das Handling einfacher. Gleichzeitig muss das Material stabil genug bleiben, um bei wechselnden Bedingungen, Starts, Stürzen und wiederholtem Stashing zuverlässig zu funktionieren.

ENSIS kombiniert das leichte Canopy mit konstruktiven Details wie diagonalen Rippen, verdrehten Tips und Nylon-Wires an der Leading Edge. Diese Elemente sollen helfen, das Profil stabil zu halten und die aerodynamische Effizienz zu verbessern.


Warum Parawings gerade so spannend sind

Parawings treffen einen Nerv in der Foil-Szene. Viele erfahrene Wingfoiler suchen nach neuen Möglichkeiten, sich freier auf dem Wasser zu bewegen. Beim klassischen Wingfoilen bleibt der Wing immer Teil der Gleichung: Er zieht, stört manchmal die Sicht, beeinflusst Balance und Körperhaltung und kann beim Wellenreiten oder Downwind-Fahren einschränken.

Ein Parawing verändert dieses Verhältnis. Er ist Mittel zum Zweck: starten, aufs Foil kommen, verstauen – und dann möglichst frei foilen.

Das macht Parawings besonders interessant für:

  • Downwind-Runs
  • Swell-Riding
  • Binnenseen mit Windlinien
  • Küstenreviere mit Welle oder Kabbelwasser
  • Foiler, die das freie Gleiten stärker in den Mittelpunkt stellen wollen
  • Rider, die zwischen Wingfoil, SUP-Foil, Pumpfoil und Downwind neue Übergänge suchen

Der Sport ist dabei noch jung. Es wird viel ausprobiert, diskutiert und gelernt. Neue Generationen wie der ENSIS ROGER zeigen, wohin sich das Material entwickeln könnte.


Für wen ist der ENSIS ROGER interessant?

ENSIS positioniert den ROGER als Parawing für eine breite Zielgruppe – vom Einstieg in die Disziplin bis zu fortgeschrittenen Foil-Abenteuern. Die offizielle Produktseite nennt den ROGER als Allround-Single-Skin-Parawing für Beginner bis Expert mit Fokus auf Stabilität, Power Control, einfachem Handling und Upwind Performance.

Trotzdem sollte man realistisch bleiben: Parawing-Foiling ist nicht dasselbe wie die ersten Meter auf einem großen Wingboard. Wer mit einem Parawing starten möchte, sollte bereits sicher foilen können und ein gutes Gefühl für Wind, Balance und Wasserstart mitbringen. Für komplette Foil-Anfänger ist der klassische Wing-Einstieg in der Regel deutlich naheliegender.

Spannend wird der ROGER vor allem für Rider, die schon foilen können und eine neue Art des Fahrens ausprobieren möchten: weniger Wing in der Hand, mehr Fokus auf Foil, Wasser und Linie.


Größen und Einsatzbereiche

Der neue ENSIS ROGER wird laut Launch-Information in den Größen 2.3 m², 3.5 m² und 4.7 m² angeboten. Die Wahl der Größe hängt wie immer von Fahrergewicht, Windbereich, Foil-Setup, Revier und Fahrstil ab.

Kleinere Größen dürften vor allem bei stärkerem Wind und für leichtere Rider interessant sein. Größere Größen bieten mehr Low-End-Power und können helfen, früher aufs Foil zu kommen. Gerade beim Parawing ist die passende Größe wichtig, weil zu viel oder zu wenig Zug das Handling deutlich beeinflusst.


Wingpassion-Einschätzung

Aus Wingpassion-Sicht ist der neue ENSIS ROGER ein spannender Launch, weil er ein Thema weiter nach vorne bringt, das die Foil-Szene aktuell stark beschäftigt: Wie frei kann Foilen eigentlich werden?

Der klassische Wing hat den Sport zugänglich gemacht. Er ist einfach, intuitiv und für viele Bedingungen geeignet. Der Parawing geht einen Schritt in eine andere Richtung. Er ist weniger universell, aber in bestimmten Situationen unglaublich reizvoll. Gerade für Downwind, Swell und längere Foil-Linien kann das Konzept viel Sinn ergeben.

Ob der neue ROGER diesen Anspruch auch im Alltag erfüllt, hängt vor allem von den Details ab: Wie kontrolliert lässt er sich depowern? Wie einfach funktioniert das Stashing wirklich? Wie zuverlässig öffnet er wieder? Wie stabil bleibt er in böigem Wind? Und wie groß ist der Lernaufwand für Rider, die vom klassischen Wing kommen?

Genau diese Fragen machen den ROGER für uns besonders interessant.


Hoffentlich bald im Wingpassion-Test

Wir hoffen, den neuen ENSIS ROGER bald bei Wingpassion.de testen zu können. Ein Praxistest ist bei einem Parawing besonders wichtig, weil sich viele der entscheidenden Eigenschaften erst auf dem Wasser wirklich zeigen.

In einem möglichen Test würden uns vor allem diese Punkte interessieren:

  • Wie einfach gelingt der erste Start?
  • Wie gut lässt sich die Power dosieren?
  • Wie intuitiv ist die neue Bow Bar?
  • Wie sauber funktioniert das Stashing?
  • Wie zuverlässig klappt die Wiederentfaltung?
  • Wie stabil ist der ROGER bei Böen?
  • Wie gut läuft er Höhe?
  • Für wen ist der Parawing wirklich geeignet?

Sobald wir den ROGER selbst gefahren sind, werden wir unsere Eindrücke im Magazin teilen.


Fazit: Ein weiterer Schritt in Richtung freieres Foilen

Mit dem neuen ROGER zeigt ENSIS, wie schnell sich das Thema Parawing weiterentwickelt. Der Fokus liegt nicht nur auf Leistung, sondern vor allem auf Zugänglichkeit: leichteres Handling, bessere Kontrolle, sauberes Stashing und zuverlässige Wiederentfaltung.

Für erfahrene Wingfoilerinnen und Wingfoiler, die neue Möglichkeiten auf dem Wasser suchen, ist der ROGER eine spannende Entwicklung. Er verspricht nicht einfach nur ein neues Produkt, sondern eine andere Art, Foiling zu erleben: freier, direkter und stärker auf das Lesen des Wassers fokussiert.

Ob das Konzept für viele Rider zum festen Bestandteil des Setups wird, werden die nächsten Saisons zeigen. Klar ist aber schon jetzt: Parawings sind gekommen, um die Foil-Welt weiter zu verändern.

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