Wir konnten das Vayu Fly Midlength Board in 75 l ausgiebig testen. Der Fly Midlength ist eher auf Freeride ausgerichtet. Er soll die Lücke zwischen einen Kompakt-Board und einem Midlength Board mit klassischen Downwind-Shape schließen.
Mit 75 l ist das Testboard das kleinste Board aus der Reihe. Es gibt den Fly Midlength noch in 85, 100 und 120 l.
An Land
Vielleicht wäre die Boardklasse Kompakt-Midlength auch eine gute Beschreibung für den Vayu Fly Midlength. Mit 5‘6“ (168 cm) bei 75 l gehört er durchaus zu den kürzeren Brettern bei den Midlength-Boards. Die Nase ist breiter gehalten als das Heck und hat zusätzlich noch etwas mehr Volumen durch ein noch oben gewölbtes Deck erhalten.
Der Standbereich liegt komplett in einer kleinen Konkave und ist komplett mit eine Pad mit einem Tailkick bedeckt. Es gibt die Möglichkeit drei Fußschlaufen zu montieren. Wer vorne lieber nur mit einer Schlaufe fährt, hat auch die Option, diese mittig zu positionieren.
Auf dem Heck befinden sich noch das Goretx-Ventil sowie die Öse für die Leash.
Das Unterwasserschiff des Vayu Fly Midlength beginnt von der Nase aus mit einem V und geht dann in ein Flat über. Wie schon erwähnt ist die Nase breiter gehalten als das Heck. Nach circa 15 cm ist sie schon fast auf der Breite wie die Mitte des Boards. Das Heck verjüngt sich stärker als die Nase und somit schmaler als diese. Mittig befindet sich die Griffmulde.
Die Rails sind um das gesamte Board eher scharf gehalten. Durch den kompakten Shape ist das Board natürliche etwas dicker als dass man es von herkömmlichen Midlengths gewohnt ist.
Die Doppel US-Box ist 38 cm lang und somit sollten alle gängigen Foil ihren Platz und dem Board finden. Sie endet 33,5 cm vor dem Heck.
Der Vayu Fly Midlenth wir nur als Voll-Carbon-Bauweise angeboten und bringt 5,7 kg auf die Waage.









Auf dem Wasser
Natürlich ist des Vayu Fly Midlength etwas wackliger als ein breiteres Kompakt-Board in dieser Größe aber auch weniger wacklig als ein herkömmliches Midlength. Das wirklich angenehme Pad in Kombination, dass der Standbereich in einer kleinen Mulde liegt, hilft dabei beim Aufstieg wirklich guten Halt zu finden. Auch das Kicktail leistet seinen Beitrag dazu, in dem man sich mit seinem hinteren Fuß einklemmen kann.
In der Dümpelphase liegt das Board angenehm im Wasser und man findet auch im Stand einen sehr guten Halt. Sobald der Wing dicht genommen wird, kommt der Midlenth in Fahrt und baut zügig Geschwindigkeit auf, um dann unspektakulär abzuheben und das auch schon bei wenig Wind. Ist der Wind noch etwas schwächer lässt sich der Fly Midlength wirklich gut anpumpen. Man hat das Gefühl, dass das Board die Pumpbewegung von sich aus noch einmal in Geschwindigkeit umsetzt.
Der Touch down ist genauso unspektakulär wie der Lift off. Durch die breite Nase taucht das Board nicht ab, sondern kommt sanft auf und behält die Geschwindigkeit bei, so dass man gleich wieder abheben kann.
Über den Wasser lässt sich der Vayu Fly Midlength sehr gut kontrollieren. Er fühlt sich viel kleiner an, als er ist. Von dem langen Heck bekommt man gar nichts mit.
Diese Kontrolle setzt sich in der Luft fort. Aufgrund der breiten und dicken Nase, die beim Absprung nicht ins Wasser abtaucht und dies auch bei der Landung nicht tut, lässt der Fly Midlength super springen. Basis Freestyle Manöver wie eine Frontside 360 sind absolut unproblematisch.
In der Welle merkt man den Shape an, dass er etwas dicker ist als ein herkömmliches Midlength ist. Die Turns fühlen sich nicht so direkt an wie bei einem dünneren Board und man merkt, dass man noch etwas weiter über dem Wasser steht. Zur seiner Verteidigung muss man aber auch sagen, dass das Brett auch nicht für diese Bedingungen ausgelegt ist.




Fazit
Der Vayu Fly Midlength ist wirklich ein tolles Brett. Er kommt sehr früh los, wie es sich für ein Midlength gehört, hat aber trotzdem noch das kompakte Gefühl eines kürzeren Boards. Er kann seine Freestyle-Gene nicht verbergen, obwohl er auf Freeride ausgerichtet ist.
Der Fly Midlength empfiehlt sich für alle, die auch bei wenig Wind hochkommen und trotzdem nicht auf eine gewisse Agilität nicht verzichten wollen.
Besonders hervorzuheben ist das Pad, welches ausgesprochen angenehm und „kuschlig“ ist.
Nur die Welle ist vielleicht nicht wirklich das Metier des Vayu Fly Midlength, aber dafür ist auch nicht gemacht.





