Test: Axis Surge – Glide und Wendigkeit in perfekter Harmonie

Wir konnten in der letzten Zeit den neuen Axis Surge Frontflügel sowie den dazu passenden Axis Surf Skinny Heckflügel einen ausführlichen Test unterziehen.

Der Surge wurde komplett neu entwickelt und Axis ist dabei ganz neue Wege gegangen. Ziel war es, „den Status quo bei Surf-Foil-Flügeln zu durchbrechen, der Kunden dazu zwingt, sich zwischen Carving und Gleiten zu entscheiden.“

Der Axis Surge ist in acht Größen erhältlich von einer Fläche mit knapp 600 cm² bis 1200 cm².

An Land

Das Test Setup umfasste den Surge 890 (835 cm², AR 9,50) und Surge 780 (643 cm², AR 9,48) dazu die passenden Axis Surf Skinny Heckflügel 320/48 und 280/43 sowie die Advance+ Fuselage in Ultrashort (640 mm) und den Pro Ultra High Modulus Carbon Mast in 80 cm Länge. Alle Teile sind auch mit vorherigen Modellen kompatible, so dass man auch nur einzelne Komponenten austauschen kann.

Der Axis Surge hat eine gestreckt Outline. Er mutet ein wenig so an, als ob man den Spitfire (HIER geht es zum Test), den Surfflügel von Axis, in die Länge gezogen hätte. Die Mitte ist deutlich breiter und der Flügel verjüngt sich zu den Seiten immer mehr. Von vorne betrachtet hat er eine vage Mustage-Form. Tatsächlich hat der Surge als einer der ersten Frontwings von Axis jetzt angedeutete Winglets.

Auch auf der Unterseite gibt es nun eine Neuerung. Das Profil wölbt sich zur Abrisskante hin nach innen.

Der Axis Surf Skinny Heckflügel ist nicht ganz so gestreckt wie sein Stallbruder Skinny. Zum Beispiel hat der Surf Skinny mit der Fläche 120 cm² eine AR von 8,4. Ein Skinny mit vergleichbarer Fläche hat eine AR von fast 11.

Auf dem Wasser

Normalerweise fahren wir Foils mit einer Fläche um die 1.000 cm². Auf Nachfrage wurde uns erklärt, dass auch das Axis Surge locker 200 cm² kleiner gefahren werden kann (genau wie sein Stallbruder Axis Fireball, HIER geht’s zum Test). So dass wir uns für einen Test mit einer Fläche von circa 800 cm² (und den kleineren Bruder mit circa 600 cm²) entschieden haben.

Schon beim ersten Angleiten war kaum ein Unterschied zu einem größeren Frontflügel zu merken. Tatsächlich hat eine der letzten Testsessions bei absoluten Leichtwind stattgefunden und auch hier war die „geringe“ Fläche absolut kein Problem, um aufs Foil zu kommen.

Der Axis Surge entwickelt einen unglaublichen Glide. Es reicht wirklich der Schub einer kniehohen Welle aus, um den 890er ohne Wing im Fliegen zu halten. Das gleich gilt natürlich auch für Windlöcher. Auch hier fliegt das Foil einfach weiter. Dieser gute Glide führt auch zu einem hervorragenden Pumpverhalten. Von der Energie die in den Flügel reingesteckt wird, verpufft nicht die Hälfte irgendwo im Wasser, sondern sie wird direkt in Fortbewegung umgesetzt. Dabei bleibt das Axis Surge sehr ruhig und stabil und hat nicht die Tendenz zur Seite wegzukippeln. Die Resonanz, die der Flügel beim Pumpen gibt, ist sehr angenehm und man hat immer das Gefühl, das Foil unter Kontrolle zu haben.

All die oben beschrieben Verhaltensweisen und die Aspekt Ratio lassen eigentlich darauf schließen, dass das Axis Surge nicht so agil sein dürfte. Doch das Gegenteil ist der Fall. Das Surge ist wendig wie Sau! Es lässt sich auf der Welle richtig schön durch enge Kurven ziehen und generiert daraus auch noch Geschwindigkeit. Auch wenn die Tips mal aus dem Wasser ragen, lässt sich der Flügel dadurch nicht beeindrucken.

In ganz normalen Manövern wie Halse und Wende lässt sich das Surge easy durch den Richtungswechsel steuern. Der extra Glide verschafft einen sogar noch einen Puffer sich im Manöver zu sortieren. Beim Springen bietet das Axis Surge ausreichend Pop, um gut aus dem Wasser zu kommen, so dass sich alle gängigen Freestyle unproblematisch absolvieren lassen. Nach der Landung bekommt man das Foil sofort wieder unter Kontrolle.

Fazit

Axis ist mit der kompletten Neuentwicklung des Surge ein ganz großer Wurf gelungen. Wir sind bisher noch kein Foil geflogen, welches so einen Glide hatte und trotzdem so wendig war. Es reiht sich in unsere persönliche Foil-Liste ganz oben ein.

Die Agilität in Kombination mit dem Glide lässt einen auf der Welle in ganz andere Dimensionen vorstoßen. Aber auch beim „normalen“ Fahren macht das Surge richtig viel Spaß.

Wer sich schon immer mal an einen kleineren Frontflügel rantrauen wollte, kann mit dem Surge eigentlich nichts viel falsch machen. Sogar Aufsteigern dürfte der Flügel in größeren Abmessungen zusagen.

Wenn es etwas zu kritisieren gäbe, wäre es vielleicht der höherer Anschauffungspreis bei Axis. Dafür bekommt man aber auch einiges geboten.

Video

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