Test: Vayu EOS V3 – Kompakt-Wing inklusive Click-Boom

Wir hatten die Möglichkeit den neuen Vayu EOS V3 Wing ausgiebig zu testen. Uns stand der Wing tatsächlich in mehreren Größen zur Verfügung, so dass wir ihn über einen breiten Windbereich und unter verschiedenen Bedingungen unter die Lupe nehmen konnten.

Der EOS V3 ist wie sein Vorgänger für den Bereich Freeride/ Freestyle entwickelt worden. Es gibt ihn in 9 unterschiedlichen Größen von 2,0 m² bis 6,0 m².

An Land

Dem Vayu EOS V3 wurde ein umfangreiches Update verpasst. Die auffälligste Neuerung ist, dass der Wing jetzt nur noch einen Boom und keine Handles mehr hat. Im Gegensatz zu seinem Stahlbruder dem Vayu Aura V4 (HIER geht’s zum Test) hat der neue EOS einen Click-Boom, der im Lieferumfang enthalten ist. Durch dieses Feature lässt sich der Wing in Sekundenschnelle auf eine kleines Packmaß reduzieren. Sogar die hochwertige Tasche zum EOS lässt sich für das Verpacken ohne und mit Stange anpassen.

Der Click-Boom ist natürlich nicht die einzige Veränderung. Der Shape der Middlestrut hat sich auch verändert. Sie hat jetzt nur noch einen großen Knick im Bereich des Booms und das Tuch liegt nun auf 2/3 der Strut direkt an.

Auch die Nähte im Tuch selber haben sich verändert. Diese folgen nun mehr oder weniger dem Verlauf der Fronttube und enden zum größten Teil in den Tips. Die Fenster bestehen nach wie vor aus X-Ply. An der Abrisskante gibt es jetzt nur noch zwei Stabilisatoren pro Seite, dafür ließen sie die Stäbe bei Bedarf tauschen. Insgesamt ist das Tuch über den gesamten Wing straff gespannt.

Wie beim Vorgänger und dem Aura V4 besteht die Fronttube aus drei verschiedenen Komponenten. Im Bereich der Fronthandle kommt die ultraleichte Aluula-Variante (Aeris-X FX-86) zum Einsatz, gefolgt von hochwertigem Dacron-Material (DKC-160). Die Tips sind aus „herkömmlichen“ Material.

Der Wing bildet im Profil ein leichtes V aus. Die Spannweite wurde gegenüber seinem Vorgänger nochmals um ein paar Zentimeter reduziert. Er hat ein sehr kompaktes Erscheinungsbild.

Aufgepumpt wird der Vayu EOS V3 über ein SUP-Ventil an der Fronttube. An der Middlestrut gibt es jetzt wieder ein „Luftmatratzenventil“, um die Luft leichter abzulassen. Beide Luftkammern sind über einen kleinen Schlauch verbunden, der sich wie immer auch abklemmen lässt.

Auf dem Wasser

Auch auf dem Wasser bemerkt man die Neuerung des Vayu EOS V3 sofort. Der Boom und die dadurch neue Anordnung der Middlestrut verbessern das Handling spürbar. Man fühlt sich sofort wohl mit dem Wing in der Hand. 

Im Low End Bereich hat der EOS im Vergleich zu seinem Vorgänger nochmals eine Schippe draufgelegt. Dies liegt daran, dass sich sein Anpump-Verhalten spürbar verbessert hat. Die Pumpbewegungen wippen in den Tipps nach und geben so noch mal einen extra Push, um früh loszukommen. Er entwickelt aber auch ohne anpumpen einen richtig guten Grundzug.

Im oberen Windbereich hat der Wing aber trotzdem seine stoische Ruhe beibehalten. Der Wing verträgt wie sein Vorgänger richtig viel Wind. Kracht mal eine ordentliche Böe ins Tuch lässt der EOS die überschüssige Power über Tipps entweichen. Es braucht schon einiges an Luftbewegung, damit er anfängt unruhig zu werden. 

In den Manövern ist der EOS nach wie vor eine Macht. Wenden und Halsen lassen sich mit einer absoluten Leichtigkeit absolvieren. Der Boom wirkt natürlich noch mal als Booster in Sachen Handling. Frontside 360s sind eine wahre Freude, da sich der Wing so herrlich neutral durch den Wind rotieren lässt. Auch lassen sich durch den Boom jetzt die neusten Generation an Freestyle Tricks wie z.B. Palaus ausführen. Bei normalen Sprüngen agiert der Vayu EOS V3 immer noch als super Tragfläche, die einen in der Luft einige Meter höher trägt.

Der Click-Boom sitzt bombenfest. Man merkt auf dem Wasser überhaupt nicht, dass es sich um einen abnehmbaren Boom handelt.

Beim „normalen“ gerade aus fahren lässt sich der Wing sehr gut dosieren. Je nach dem wie man es gerne möchte, lässt sich scharf stellen, um auch jede Böe in Geschwindigkeit umzusetzen oder man kann ganz entspannt cruisen. Dabei ist der Zug an den Händen nicht mehr so hoch, wie bei seinem Vorgänger. Er hat aber nichts von seiner Grund-Power verloren. Sehr angenehm! Höhenlaufen gelingt nach wie vor herausragend. Man kann den Wing fast gegen den Wind steuern.

Der Blick durch die Fenster ist ungetrübt und man nimmt alles wahr, was auf der anderen Seite geschieht.

Fazit

Der konsequente Umstieg auf nur Boom bei Vayu hat auch dem Vayu EOS V3 noch mal unheimlich gut getan. Der Wing ist und bleibt in im Bereich Freestyle/ Freeride einfach überragend. Besonders hervorzuheben ist, dass der Click-Boom jetzt inklusive ist und dadurch das Packmaß auf Reisen spürbar verringert wird, ohne dass man vor Ort noch schrauben muss. Auch der neue EOS findet sich wieder ganz weit oben auf unserer persönlichen Favoritenliste.

Für Anfänger und Aufsteiger ist der Wing ebenfalls eine Empfehlung. Durch sein super leichtes Handling, der geringen Spannweite und seinem sehr guten Grundzug dürfte er weiteren Erfolgserlebnissen auf dem Wasser nicht im Wege stehen.

Was wir leider nicht verstehen, warum das SUP-Ventil an der Middlestrut wieder gegen ein „Luftmatratzen“-Ventil getauscht wurde.

Fotos: Georg Hein

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