Windvorhersage öffnen, verschiedene Modelle vergleichen, Böen prüfen und anschließend noch Webcams und Messstationen durchsehen: Wer beim Wingfoilen auf passende Bedingungen angewiesen ist, kennt die tägliche Suche nach dem richtigen Zeitfenster. Die neue App SurfSignal möchte diesen Prozess vereinfachen und Nutzer automatisch darauf hinweisen, wann die persönlich bevorzugten Bedingungen an einem Spot erwartet werden.
Persönliche Bedingungen statt allgemeiner Windprognose
Das Grundprinzip von SurfSignal ist einfach: Nutzer speichern ihre bevorzugten Wassersport-Spots und legen einmalig fest, welche Bedingungen für sie geeignet sind. Dazu können beispielsweise Wind, Böen, Swell, Wellen und Gezeiten gehören.
Anschließend durchsucht die App die Vorhersagen für die kommenden zehn Tage und zeigt übersichtlich an, wann und an welchem gespeicherten Spot die gewählten Kriterien voraussichtlich erfüllt werden. Dadurch soll nicht mehr jeden Tag aufs Neue dieselbe Wetteranalyse notwendig sein.
Gerade für Wingfoiler, die unterschiedliche Boards, Foils oder Winggrößen einsetzen, kann dieser Ansatz interessant sein. Je nach Material und Fahrkönnen unterscheiden sich schließlich auch die Bedingungen, bei denen sich eine Session lohnt.
Benachrichtigung bei passenden Bedingungen
Optional kann SurfSignal einmal täglich zu einer selbst gewählten Uhrzeit über bevorstehende Session-Fenster informieren. Statt zahlreicher kurzfristiger Warnmeldungen erhalten Nutzer damit eine regelmäßige Zusammenfassung der kommenden Möglichkeiten.
Kurz vor der Abfahrt können zusätzlich aktuelle Windmesswerte und verfügbare Spot-Webcams überprüft werden. So lässt sich kontrollieren, ob die tatsächlichen Bedingungen mit der Prognose übereinstimmen.
Unterschiedliche Wettermodelle je nach Standort
Im Hintergrund arbeitet SurfSignal nach Angaben des Entwicklers mit verschiedenen Wettermodellen. Welches Modell verwendet wird, hängt vom jeweiligen Standort ab. Dabei sollen unter anderem die räumliche Auflösung und die Aktualisierungsfrequenz berücksichtigt werden.
Auch das Netz verfügbarer Live-Windstationen soll nahezu weltweite Abdeckung ermöglichen. Nutzer können Messdaten mehrerer Stationen in der Umgebung eines gespeicherten Spots vergleichen.
Wie zuverlässig die angezeigten Zeitfenster in der Praxis sind, dürfte dabei weiterhin stark von der Region abhängen. Thermische Effekte, lokale Windbeschleunigungen oder Abschattungen lassen sich von allgemeinen Wettermodellen nicht an jedem Spot gleichermaßen präzise abbilden. Die Kombination aus Vorhersage, Messstationen und Webcams kann jedoch dabei helfen, eine Session besser vorzubereiten.




Auch für Wingfoilschulen und Einsteiger gedacht
SurfSignal richtet sich nicht ausschließlich an erfahrene Wassersportler. Auch Einsteiger, die noch Schwierigkeiten mit der Interpretation klassischer Wind- und Wellenkarten haben, sollen von der App profitieren.
Schulen und Instruktoren können ihre bevorzugten Spots und die für Schulungen geeigneten Bedingungen mit ihren Schülern teilen. Dadurch wird das lokale Wissen der Schule in konkrete Session- oder Unterrichtsfenster übersetzt. Schüler können frühzeitig informiert werden und Unterrichtstermine entsprechend planen oder verschieben.
Entstanden aus der eigenen Session-Planung
Entwickelt wurde SurfSignal von dem niederländischen Wassersportler Sebastiaan Dalmeijer. Nach mehr als elf Jahren mit Kitesurfen, Kitefoilen, Wingfoilen, Surfen und SUP stellte er fest, dass sich die Vorbereitung auf eine Session immer wiederholte: Vorhersagen prüfen, verschiedene Spots vergleichen und nach denselben Wettermustern suchen.
Mit zunehmender Zahl an Sportarten, Spots und Materialkombinationen wurde dieser Prozess immer zeitaufwendiger. Aus dieser Erfahrung entstand die Idee, die persönliche Wetteranalyse einmal zu konfigurieren und anschließend von einer App übernehmen zu lassen.
Grundversion kostenlos – Super-Modell angekündigt
SurfSignal wurde Anfang 2026 veröffentlicht und ist weltweit für iOS und Android verfügbar. Die Kernfunktionen der App sollen dauerhaft kostenlos bleiben.
Für später im Jahr 2026 ist zusätzlich ein kostenpflichtiger Tarif namens SurfSignal Super geplant. Wer die App spätestens bis zum 30. September 2026 herunterlädt, soll nach Einführung des neuen Tarifs zwölf Monate lang kostenlos Zugriff auf sämtliche Super-Funktionen erhalten.
Fazit
SurfSignal verfolgt einen interessanten Ansatz: Statt lediglich eine weitere klassische Windvorhersage anzubieten, orientiert sich die App an den individuellen Anforderungen des Nutzers. Wingfoiler können ihre bevorzugten Spots und persönlichen Grenzwerte hinterlegen und werden informiert, sobald sich ein geeignetes Zeitfenster abzeichnet.
Ob SurfSignal die tägliche Recherche vollständig ersetzen kann, hängt von der Qualität der regionalen Vorhersagen und Messstationen ab. Besonders für Fahrer mit mehreren Homespots oder wenig Zeit für spontane Sessions könnte die App jedoch eine hilfreiche Ergänzung bei der Planung sein.
Weitere Informationen:
SurfSignal ist über die offizielle Website sowie im Apple App Store und bei Google Play erhältlich.





